03.04.2007
Prozessverbesserung stockt
Die Optimierung der Geschäftsprozesse hat für die
Finanzdienstleister in Deutschland seit Jahren hohe Priorität. Dennoch scheinen die Meisten in den
Startlöchern stecken zu bleiben, wie eine Studie zeigt. Es fehlt an geeigneten Ansatzpunkten. Die
Veränderung der IT-Landschaft könnte einer sein.
Nach der gemeinsamen Studie des Kompetenzzentrums für
Geschäftsprozessmanagement und der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg stufen zwei Drittel der 59
befragten Finanzdienstleister das Thema Geschäftsprozessmanagement als sehr wichtig ein. Im Jahr
zuvor lag die Zahl noch bei 47 Prozent. Dennoch: „Methoden und organisatorische Maßnahmen zur
Prozessorientierung werden häufig noch nicht konsequent umgesetzt“, bedauerte Sven Schnägelberger,
Geschäftsführer des Kompetenzzentrums.
Als einen Grund identifizieren die Experten die Zwänge durch
die eingesetzte Standardsoftware: Rund 70 Prozent der Firmen geben an, dass der eigene
Geschäftsbezug nur selten oder teilweise Vorrang in IT-Anwendungen erhält.
60 Prozent sehen nur einen Ausweg aus dem Dilemma, nämlich
durch aufwändiges Customizing und Programmierung entsprechend den eigenen Anforderungen. Nur
jeweils jedes zehnte Unternehmen wählt den Weg über eine integrierte Architektur für das
Geschäftsprozessmanagement (BPM) beziehungsweise eine serviceorientierte Architektur.
Dabei sieht Schnägelberger die Veränderung der IT-Landschaft
als einen wesentlichen Einstiegspunkt zur Umsetzung der Verbesserung der Abläufe. Als weiteren
Ansatzpunkt nennt er die Diskussion über die Auslagerung der Prozesse an externe Dienstleister.
Beim Outsourcing von IT-Prozessen handle es sich dabei sogar um einen „gekoppelten Wurf“ der
Veränderung. sk
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