04.04.2007
Software AG will mit Webmethods-Kauf zum Weltkonzern werden
Der Softwareinfrastrukturanbieter will in den USA Fuß fassen
und hat deshalb den Integrationsanbieter Webmethods für 546 Millionen Dollar gekauft.
Karl-Heinz Streibich sagte gegenüber der Presse, er wolle die
Software AG damit an die weltweite Spitze der SOA-Anbieter und Business Process
Management-Spezialisten (BPM) bringen. Für ihn steht außer Frage, dass "nur die Spitzengruppe auf
Dauer eine Überlebenschance hat ".
Wie er ausführte, werde diese Akquisition zum weiteren
Wachstum beitragen. Zwar wollte er sich nicht zum aktuellen Zustand der "Kriegskasse" der
Darmstädter äußern. Auch zu weiteren Kaufplänen äußerte er sich nicht. "Wir sind jetzt das
Commitment eingegangen, Marktführer zu werden - bis 2011. Bis dahin wollen wir unseren
strategischen Zielvorgaben nachkommen und spätestens 2011 mehr als 1 Milliarde Euro an
Umsatzvolumen erreichen", sagte er.
Konkret heißt dies, dass ein 1000 Mitarbeiter starkes
Unternehmen mit Sitz in den USA auch seine weltweit 1500 Kunden mitbringt, die zu zwei Dritteln
ebenfalls in den USA sitzen. Das verdoppelt die Kundenbasis der Software AG auf einen Schlag.
Insgesamt zählen die beiden Firmen jetzt 4000 Kunden. Für das bisher als europäische Softwarefirma
bekannte Unternehmen öffnen sich damit international viele Türen, hofft der CEO. "Unsere
Kundenbasis wird ganz pragmatisch durch Cross-Selling erweitert - wir haben zwar in den vergangenen
drei Jahren Erfahrung im Integrationsmarkt gesammelt, aber Webmethods gilt hier als klangvoller
Name, vor allem in den USA - dort werden wir jetzt auch stark präsent sein", so Streibich.
An eine Verlegung des Firmensitzes ist dabei allerdings nicht
gedacht. Alle Standorte der Software AG sowie von Webmethods sollen nach bisherigem
Stand erhalten bleiben. Da die Produktgruppen sich nur zu "10 bis 15 Prozent" überschneiden würden,
rechne er nicht mit vielen Umbauschmerzen bei Mitarbeitern und Produkten. Im Gegenteil. "Unsere
Portfolios ergänzen sich perfekt", sagte der CEO.
Doch die Aufbrechung des US-Marktes steht für ihn nicht
allein im Vordergrund. Bis jetzt habe die Software AG kein eigenes Business Process Management Tool
besessen, sondern das von Fujitsu im Highend-Bereich verkauft. "Jetzt haben wir unser eigenes
BPM-Werkzeug aus dem Hause Webmethods - das ist ein gewaltiger Sprung nach vorn auf unserem Weg zum
SOA- und BPM-Marktführer."
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