28.04.2007
Business-Process-Management verspricht gute Geschäfte
Gartner zählt BPM zu den am schnellsten wachsenden
Softwaremärkten - 2007 mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz.
Anbieter von Suiten für Business-Process-Management können
sich freuen: Auf dem derzeit in London stattfindenden Gartner BPM Summit prognostizierten die
Analysten dieser Produktkategorie ein durchschnittliches Umsatzplus von 24 Prozent pro Jahr - und
zwar für den Zeitraum 2006 bis 2011. In diesem Jahr soll der einschlägige Markt weltweit erstmals
die Grenze von einer Milliarde Dollar überschreiten, 2011 wird der Umsatz voraussichtlich 2,6
Milliarden Dollar erreichen. Als Gründe für diese Steigerung nennt Gartner neben der
fortschreitenden Globalisierung vor allem die zunehmende Kundenorientierung der Unternehmen und die
weiter wachsende Bedeutung des Internet - alles Aspekte, die den Geschäftsabläufen mehr Dynamik
abfordern. Die Nachfrage nach Software, mit der sich solche Prozesse als Ganzes betrachten und
koordinieren lassen, würde entsprechend steigen.
2005 ist das Geburtsjahr des BPM-Markts gewesen, so die
Analysten. Entstanden sei diese Disziplin aus früheren Prozess-Management-Theorien und Verfahren
wie Total-Quality-Management (TQM) und Business Process Reengineering (BPR). Inzwischen betrachte
man jedoch Geschäftsprozesse als eine Art Asset, dessen Komponenten man modellieren (Design),
wiederverwenden und so nutzen kann, wie es diverse Geschäftsvorfälle erfordern. Im Resultat sollen
Unternehmen flexibler und schneller auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren können.
Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Unternehmenslenker an ihre Chief Information Officers
(CIOs): 45 Prozent erwarten, dass ihre CIOs mehr Verantwortung in Sachen IT-Unterstützung
beziehungsweise IT-Management für neue oder sich wandelnde Geschäftsprozesse übernehmen, so eine
Umfrage von Gartner und Forbes im vergangenen Jahr.
Bezüglich des Produktangebots gibt es auch klare
Vorstellungen. Während sich reine BPM-Software bislang dadurch auszeichnet, dass sie lediglich den
zwischenmenschlichen oder systemtechnischen Workflow unterstützt, reicht dies in Zukunft nicht
mehr. Inzwischen geht es um das Handling des gesamten Prozess-Lebenszyklus. Hier würden
Plattformanbieter wie IBM, SAP und Oracle aggressiv vorpreschen, um zu einem ausgereiften
BPM-Portfolio zu kommen. Andere Hersteller wie Microsoft und Computer Associates sähen in BPM eher
eine Ergänzung ihrer Middleware und würden das Thema deshalb weniger intensiv angehen. (ue)
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