11.05.2007
CIOs in der Pflicht - Der BPM-Markt überspringt die Milliardengrenze
Boom ohne Ende: Der Markt für Business Process Management
(BPM) dürfte 2007 kräftig zulegen - auf mehr als eine Milliarde US-Dollar (rund 750 Millionen
Euro). Hintergrund der neuen Dynamik ist die wachsende Bedeutung, die in einer globalisierten Welt
dem Konsumenten und dem Internet zukommt. Weil Unternehmen darum mithilfe von IT-Lösungen ihre
gesamten Geschäftsprozesse effektiver machen wollen, interessieren sie sich zunehmend für
BPM-Suiten. Das sind die Ergebnisse des BPM-Summits von Gartner.
Der Verkauf von
BP
M-Suiten entwickelt sich offenbar zu einem der
Software-Märkte, die am rasantesten wachsen. 2011 wird der
BP
M-Markt voraussichtlich ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro
erreicht haben, wie Gartner prophezeit. Bis dahin dürfte er jährlich im Durchschnitt um 24 Prozent
zulegen.
BPM: Kurzfristiger ROI, langfristiger Mehrwert
BPM ist aus früheren Management-Theorien und -Praktiken
hervorgegangen. Heute gilt es als Management-Disziplin, welche Geschäftsprozesse als Aktivposten
sieht, die gestaltet, wiederverwendet und ausgeschlachtet werden können, damit das Geschäft flotter
wird und die Abläufe besser funktionieren. Dabei kommt der IT die Schlüsselrolle zu. Der Fokus
liege immer stärker darauf, dass der operative Betrieb Spitzenleistung bringe, sagt Janelle Hill,
von Gartner.
So kommt auch auf die IT-Manager mehr zu: Einer früheren
Gartner-Studie von 2006 zufolge erwarten sich 45 Prozent der Geschäftsführer, dass CIOs in den
kommenden fünf Jahren mehr Management-Verantwortung für Veränderungen in den Geschäftsprozessen
übernehmen.
Zur Verbesserung der operativen Abläufe gehört
beispielsweise, dass Strategieziele eine direkte Verbindung mit der Prozessgestaltung haben müssen,
und zwar über Metriken. So macht Prozess-Management sichtbar, wie das Unternehmen mit Kunden und
Handelspartnern interagiert - und daraus können neue Geschäftsmodelle und Produkte entstehen.
Janelle Hill ist überzeugt vom Nutzen:
BP
M spare Geld, spare Zeit, erzeuge langfristig einen Mehrwert
und liefere einen kurzfristigen Return-on-Investment (ROI).
BPM-Suiten sorgen für die vereinheitlichte Umgebung, die
gerade heutzutage gefragt sind, da die Software-Entwicklung eher schrittweise abläuft. Dabei
verschieben sich jedoch die Anforderungen des Marktes: weg von "pure-play"-BPM-Produkten, die auf
den Workflow zwischen Menschen oder Systemen zielen, hin zu
BP
M-Suiten, die Geschäftsprozess-Praktiken über den gesamten
Prozess-Lebenszyklus hinweg unterstützen - und zwar auf eine konsistente, anpassungsfähige und
einheitliche Art und Weise.
Dank SOA gedeiht die Nachfrage
Laut Gartner wird die Nachfrage nach
BP
M im Jahr 2007 geradezu ins Kraut schießen, weil die
Unternehmen ihre Ausgaben für Service-orientierte Architekturen (SOA)-Projekte mit denjenigen
für
BP
M-Programme kombinieren. Einer weiteren Studie von 2006
zufolge wollen Unternehmen 22 Prozent ihres 2007er-IT-Budgets für SOA ausgeben. Und weil
BP
M ein Hauptgrund dafür ist, sich SOA zuzuwenden, werden
Unternehmen wohl einen Gutteil ihrer SOA-Ausgaben für
BP
M aufwenden.
BPM-Anwendern empfiehlt Gartner drei optimale Verfahren.
Erstens sollte ein zentraler Analyst benannt werden, der an jedem größeren Geschäftsprozess
arbeitet - wobei ein einziger Ansatz eines einzigen Anbieters nicht ausreichen wird. Zudem sollten
Mitarbeiter in Prozessdisziplin geschult werden. Zweitens muss die Partnerschaft mit der IT stark
sein - wobei die IT zwar das Management der Geschäftsprozesse ermöglicht, es aber nicht leitet. Und
drittens sind Unternehmen gut beraten, ein "center of excellence" für
BP
M zu schaffen, dem ein erfahrener Mitarbeiter
vorsteht.
Darüber hinaus dürfen sich Unternehmen nicht scheuen, bei der
Ausführung Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zudem sollten sie laut Gartner einen Prozess visionär
festlegen und das Ziel klar definieren.
Vorteil von
BP
M-Suiten: Sie ermöglichen es Unternehmen, ihren
Prozess-Lebenszyklus auf viele Arten zu verbessern. Erstens können alle Interaktionsmuster zwischen
Prozessen, Systemen und Informationen modelliert und simuliert werden, um ein gemeinsames
Verständnis davon zu schaffen, wie Geschäftsergebnisse zu optimieren sind.
BPM ermöglicht Feedback in Echtzeit
Zweitens können mit
BP
M Workflows koordiniert und gemanagt werden. Drittens
erhalten Manager Echtzeit-Feedback über den Arbeitsfortschritt und können die laufenden Prozesse
entsprechend anpassen. Viertens werden Prozessresultate genau überwacht. Und fünftens gewinnen
Unternehmen Know-how, weil der gesamte Prozess-Lebenszyklus von IT-Spezialisten begleitet
wird.
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