Business Process Management - der Schlüssel für mehr Agilität
Business Process Management (BPM) verspricht Unternehmen mehr Flexibilität, effizientere Abläufe
und ein besseres Alignment mit der IT.
Neben der Analyse, Steuerung und Optimierung erlauben aktuelle BPM-Tools auch eine
Automatisierung von Prozessen. In Kombination mit Service-orientierten Architekturen (SOA) ergeben
sich zusätzliche Vorteile.
Genau genommen untersuchte das US-amerikanische Marktforschungs- und Beratungshaus nur ein
Segment des BPM-Marktes: Unter dem sperrigen Begriff Integration- Centric Business Process
Management Suites (IC-BPMS) wollen die Forrester-Experten Ken Vollmert und Henry Peyret
integrationsorientierte BPM-Pakete verstanden wissen. Diese Variante mache etwa 50 Prozent des
gesamten BPM-Softwaremarktes aus, während die andere Hälfte auf viele kleine Systeme der Kategorie „
Human- Centric BPMS“ entfalle (siehe Grafik „Kategorien von BPM-Suites“). Letztere haben ihren
Ursprung in Workflowund Document-Imaging-Systemen der vergangenen Dekade. Daraus entstandene
BPM-Pakete eignen sich besonders dafür, menschliche Interaktionen einzubeziehen. Im Gegensatz dazu
haben sich ICBPMS aus klassischen EAI-Systemen entwickelt (EAI = Enterprise Application
Integration). Forrester beleuchtete diesen Markt lange unter der Kategorie „Integration Suites“.
Heute verfügbare IC-BPMS haben mit diesen Systemen nur noch wenig gemein, wie die Autoren
erläutern: Die einstmals proprietären und geschlossenen Frameworks hätten sich zu Paketen
gewandelt, die komplett auf SOA-Techniken (SOA = Service-orientierte Architekturen) basieren und
standardkonforme Integrationstechniken verwenden.
Was die Pakete leisten
Vor diesem Hintergrund bieten die führenden Suites eine breite Funktionspalette. Über einen
modellgetriebenen Ansatz erlauben sie es, die im SOA-Kontext vielbeschworenen Composite
Applications aus einzelnen Softwareservices zusammenzusetzen. Dazu nutzen sie Metadaten oder
Artefakte, die in Registries oder Repositories hinterlegt sind. Komponenten lassen sich auf diese
Weise mehrfach verwenden, was den Entwicklungsaufwand für neue Funktionen reduzieren hilft.
Anwender können Composite Applications relativ einfach modifizieren, indem sie beispielsweise
Änderungen am Prozessmodell vornehmen oder Geschäftsregeln (Business Rules) definieren, die das
Verhalten einer Anwendung ohne zusätzliche Programmierarbeit verändern. Dahinter steht das
Herstellerversprechen, die IT schneller an veränderte Geschäftsanforderungen anzupas-sen. IC-BPMS
unterstützen in diesem Kontext den gesamten Lebenszyklus eines Geschäftsprozesses, von der
grafischen Modellierung über die Implementierung der Software bis hin zum Monitoring.