BPM ist die beste Überlebensstrategie in der Krise
Mit Hilfe von Business Process Management (BPM) lassen sich laut Gartner im
ersten Jahr der Einführung Einsparungen von bis zu 20 Prozent erzielen. Unternehmen können die
BPM-Einführung innerhalb eines Jahres amortisieren.
„Der wirtschaftliche Abschwung führt zu einem verstärkten Einsatz von BPM als eine Art der
Kostenreduzierung für das wirtschaftliche Überleben“, erklärt Michele Cantara, Research Vice
President bei Gartner. Das Management der Geschäftsprozesse macht diese sowohl für Fachabteilungen
als auch für die IT sichtbar, so die Analystin weiter, erlaubt eine engere Zusammenarbeit der
beiden Einheiten und damit eine schnelle und effektive Veränderung der Prozesse. In der heutigen
Wirtschaftslage müssen Unternehmen kontinuierlich Kosten reduzieren und schnell auf
Marktveränderungen reagieren.
Gartner schätzt einer Umfrage auf ihrer BPM-Veranstaltung in London im Februar dieses Jahres
zufolge, dass 70 Prozent der Unternehmen weltweit im „Überlebensmodus“ verharren und BPM als
Rettungsanker sehen, der sie über Wasser hält. Etwa 20 Prozent der Teilnehmer an der Veranstaltung
sagten, es würde ihnen mit BPM gut gehen, weil sie den Ansatz als Katalysator für das Gedeihen
ihres Geschäfts nutzen. Diese Antworten kamen laut Gartner vor allem von Unternehmen, die bereits
in der Vergangenheit BPM-Projekte erfolgreich abgeschlossen hatten. Einige davon hatten die daraus
erfolgten Kosteneinsparungen statt ins Überleben in andere BPM-Projekte gesteckt, die sich um die
Optimierung von Geschäftsprozessen. Ungefähr 10 Prozent der Befragten sahen BPM als probates Mittel
aus den Änderungsmöglichkeiten Kapital zu schlagen.
„Wenn Unternehmen ums Überleben kämpfen, so neigen sie dazu, dies über die Verringerung der
Mitarbeiterzahl und Programme für die Kostenreduzierung bei gleichbleibenden Umsatzzielen zu tun“,
stellt Cantara fest. „Dieser Ansatz aber kann kritische Geschäftsprozesse aus dem Gleichgewicht
bringen und das Unternehmen tatsächlich mehr kosten. Indem BPM Prozesse sichtbar macht, unterstützt
der Ansatz die Organisationen auch bei akkuraten Kosteneinsparungen.“
Die Berater von Gartner empfehlen Unternehmen, BPM zu nutzen, um damit die Performance von
End-to-End-Geschäftsprozessen – mit abteilungsübergreifenden Funktionen, Partnern, Lieferanten und
Service Providern – zu optimieren und Geschäftsherausforderungen und komplexe Business-Beziehungen
zu meistern. „Viele Anwenderorganisationen führen BPM-Technologien ein, ohne die einzelnen
Disziplinen über Competence Center anzuwenden“, bedauert Elise Olding, Research Director bei
Gartner. „Das Ergebnis ihrer Bemühungen ist dann nicht zufrieden stellend und die BPM-Initiativen
werden gestoppt.“ Diejenigen Anwender hingegen, die für ihre Initiativen ein Competence Center
einrichten, sind in der Lage, so die Analystin, innerhalb von sechs bis 12 Monaten von separaten
BPM-Projekten zu BPM-Transformationsprogrammen überzugehen. Ohne Unterstützung durch ein Competence
Center bleiben die BPM-Bemühungen auf Projektebene stecken und geben nur magere Ergebnisse.
BPM-Produkte liefern Reporting-Möglichkeiten und automatische Assessments, die speziell auf die
Verwaltung der Competence Center zugeschnitten sind.
Nach Ansicht der Gartner-Berater unterscheidet sich BPM in gewisser Hinsicht nicht von anderen
Managementaktivitäten. Die Technik ist lediglich ein kleiner Teil des Problems. Die größere
Herausforderung liege in der Veränderung des Verhaltens der Prozessteilnehmer. Projekte können sich
in der Abteilungspolitik festfahren und die Orientierung verlieren im Sumpf des Change Managements
und der Kommunikation, warnen die Analysten.